Meine Geschichte

Meine Erfahrung mit Essstörung(en)

 Ach habe selbst einen Rucksack voller Erfahrungen – darunter ein schweres Kapitel – zum Thema Essstörung. Auch wenn es schwer zu sagen ist, wann diese Phase begann, würde ich heute sagen, dass ich etwa mit 14 Jahren begann, jegliche Diäten auszuprobieren. Grund dafür war, dass ich mich nicht schön/ schlank genug fühlte. Es gab einige Mädchen in meinem Umfeld, die sehr dünn waren, welche ich bewunderte. Die Medien und die ein oder andere Fernsehserie fütterten damals das Verlangen abzunehmen. Meine Mutter kaufte mir damals Diätshakes und machte (teilweise) mit.

Ich erinnere mich, dass ich manchmal nachts weinend auf dem Fussboden lag, weil ich mich so hässlich und dick fühlte. Wenn ich heute Bilder von mir sehe ist das für mich unvorstellbar, da ich überdurchschnittlich sportlich war und eine schlanke, tolle Figur hatte. Ich war während meiner ganzen Jugend voller Scham für meinen Körper. Ich „diätete“ mich bis zum Abitur durch, doch hatte ich immer den klassischen Jojo-Effekt und konnte nie das von mir gewünschte Gewicht halten. 

Als ich dann nach 5 Jahren meinen ersten Freund mit 19 verließ nahm ich mir vor, mich nun endlich meinem Körper zu widmen. Ich hatte aus meiner Sicht keinen Grund mehr, über meinem Wunschgewicht zu sein. Ich hungerte und trieb exzessiv Sport – und so nahm ich auch relativ schnell ab. Das Maß war aus heutiger Sicht alarmierend und so ging es nicht lange, bis ich erste Essattacken hatte. Ausgehungert wie ich war stürzte ich mich über alles ungesunde, was ich finden konnte und war schockiert über meine „Aussetzer“.  Folglich machte ich noch mehr Sport, hungerte und versuchte dagegen zu steuern. Doch die Fressanfälle fingen an sich zu häufen. Irgendwann reichte Sport nicht mehr aus, um gegenzuhalten und ich nahm wieder an Gewicht zu. Ich fühlte mich außer Kontrolle und so vertraute ich mich meiner Mutter an. Ich wusste, mit mir stimmt was nicht und ich muss daran arbeiten. Ich hatte Angst noch weiter zuzunehmen und sie unterstützte mich auf der Suche nach einer Therapeutin.

So begann ich meine erste Therapie. Sie dauerte 4 Monate.

Die Therapeutin unterhielt sich in der ersten Sitzung mit mir und diagnostizierte sogleich eine „manifeste Essstörung“.  Sie empfohl mir damals mein Studium für einen stationären Klinikaufenthalt zu unterbrechen. Ich war entsetzt und am Boden zerstört. Zur Erinnerung – ich hatte damals regelmäßig Fressanfälle und dachte an diesem Punkt ich bekäme das realtiv schnell wieder in den Griff. Schließlich habe ich es ja frühzeitig erkannt. Mein Studium zu unterbrechen kam für mich keinesfalls in Frage – dieses war mir damals unglaublich wichtig und bereitete mir auch Freude. Also beschloss ich die Therapeutin ambulant zu besuchen. Doch seit jenem Tag der Diagnose war ich gebranntmarkt – für mich stand fest: ich bin anders/ krank/ mit mir stimmt was nicht. Aus heutiger Sicht kam hier mein Identitätsshift. Während ich zuvor alles im Griff zu haben schien (bis auf mein Gewicht) – ging nun alles bergab. Indem ich fest davon überzeugt war, krank zu sein, lief mein Essverhalten aus dem Ruder. Ich war voller Angst, zuzunehmen, und begann schlussendlich mit dem Erbrechen neben straffem Sportprogramm. Die Therapie beendete ich nach 4 Monaten im gegenseitigen Einvernehmen und versuchte es fortan alleine. 

Ein Auslandsaufenthalt stand an und ich glaubte damit alles lösen zu können

Pustekuchen. Ich war in einem komplett anderen Umfeld, völlig auf mich alleine gestellt und unfähig für mich zu Sorgen. Im Ausland fühlte ich mich wie eine „Anonyme“ und führte ein Doppelleben. In der Uni und meiner Familie gab ich den Anschein alles im Griff zu haben. Doch ich war innerlich leer und überfordert mit allem. Essen und Brechen war mein einziger Halt in dieser Zeit. Ich litt still und freute mich nach 3,5 Monaten wieder heimzukommen.

Ich musste etwas ändern. Ich entschied mich schlussendlich für einen stationären Klinikaufenthalt.

Ich wollte meine Essstörung endlich überwinden und Hilfe in Anspruch nehmen. Ich hatte 4 Wochen bis mein Studium weiter ging und wohnte in einer Tagesklinik. Immer im Hinterkopf hatte ich das Enddatum meines Aufenthalts. Deshalb wollte ich mein bestmögliches geben, war extrem offen, kooperierte… ich setzte mich in gewisser Maßen unter Druck, kam nie wirklich an. Besser wurde meine Essstörung in dieser Zeit schon, doch in meinem alten Umfeld und mit dem Prüfungsdruck war ich wieder am gleichen Punkt wie zuvor angelangt. Ich führte nach dem Aufenthalt eine ambulante Therapie fort – wie auch die erste Therapeutin war diese recht zuversichtlich mit mir. Ich glaube ich konnte schon immer gut reden. Ich verkaufte meine Erfolge immer sehr gut und zeigte mich lernwillig und einsichtig. Doch ich wollte verdammt noch mal ein für alle Mal meine Bulimie besiegen. Und dies gelang mir nicht. Auch nicht nach dieser Therapie, welche wir nach knapp 9 Monaten beendeten. Es folgten wieder etliche Selbstversuche. Ich wollte nicht wahrhaben, dass ich es einfach nicht schaffe. Ich wollte mein Umfeld nicht mehr länger enttäuschen.

Die Selbstversuche klappten nicht – ich nahm nochmal Anlauf und fragte um Hilfe

Ich kam mal besser, mal schlechter zurecht, doch nie erreichte ich den Punkt, an dem ich die Bulimie / Orthorexie überwunden habe. Also begann ich eine neue Verhaltenstherapie in der Schweiz. Ich war sehr motiviert, zahlte sogar einen nicht unbedeutenden Betrag aus eigener Tasche. Ich fing das erste Mal an, Essenstagebuch zu schreiben und meine Gedanken und Gefühle mit meinem Essverhalten in Verbindung zu bringen. Doch auch das Reflektieren im Nachhinein brachte nur langsame, aber messbare Erfolge. Durch mein persönliches Interesse an Coaching und dem Besuch von Persönlichkeitsentwicklungs-Seminaren entstand in mir der Wunsch, es endlich zu schaffen und dann anderen dabei zu helfen, all das in viel kürzerer Zeit für sich aufzulösen. Immer schon dachte ich mir „Das kann doch nicht wahr sein, dass das alles so lange geht!!“. Ich fühlte mich immer so ausgebremst und war auf der Suche nach schnelleren Lösungswegen. Deshalb besuchte ich auch mehrfach diverse Hypnotisseure – immer mit kurzzeitigem Erfolg, bevor ich dann nach wenigen Wochen wieder in meinen alten Mustern gefangen war.

ENDLICH: Die Wende

Ich meldete mich für eine Weiterbildung als Systemischer Coach an. Ich wollte Methoden lernen um anderen beim Erreichen ihrer Ziele zu helfen. Was ich nicht bedachte war, dass ich während der Ausbildung den Coachingprozess selbst durchlaufe. Nebst meiner Therapie befasste ich mich nun zum ersten Mal mit Werten und Kindheitsblockaden, die ich längst vergessen und verdrängt hatte. Ich löste Ängste auf, an die tief in meinem Unterbewusstsein saßen. Ich kam wieder in Kontakt mit meinem Körper, lernte mich zu spüren. Ich erkannte, worum es bei mir WIRKLICH geht. Und innerhalb von rund 8 Wochen überwand ich meine Essstörung. Nie zuvor hatte ich so schnelle, spürbare Erfolge gehabt. Ich war beflügelt auf meinem Weg und konnte es kaum erwarten, all das mit anderen Frauen zu teilen, die an einem unentspannten Essverhalten leiden. Ich gründete mein eigenes Online Business, um für Menschen im gesamten deutschsprachigen Raum erreichbar zu sein. Zur optimalen Unterstützung entwickelte ich ein komplettes Rundum-Coaching-Programm mit allem, was man auf diesem Weg lernen sollte. Ich ließ meine ganze Erfahrung, mein Fachwissen und alle Tools, die ich bislang kennengelernt habe, in meine Arbeit einfließen. Ich hielt Ausschau nach den besten, nachhaltigsten und tiefgehendsten Methoden. Meine Geschichte hatte auf einmal einen höheren Sinn.

 

Fazit:

In Retrospektive kann ich sagen, dass ich auf meinem mehrjährigen Weg viel über mich gelernt habe und dankbar für die Lektionen bin. Doch wenn ich ehrlich zu mir bin und die Ergebnisse meiner Kunden ansehe weiß ich: es hätte einfacher und schneller gehen können. Oft stand mir mein Ego (es alleine schaffen zu wollen) und die Scham (was denken andere) im Weg. Oft hatte ich Vorwände wie finanzielle Mittel, Zeit etc., mit denen ich meine Weiterentwicklung verhinderte. Das Wichtigste ist wohl, etwas zu finden, woran man glaubt, und dran zu bleiben, bis man dort ist, wo man stehen will.

 

Ich habe es geschafft, doch DU kannst das auch!

Bist du bereit dein Leben zu transformieren?

Dann warte nicht länger und reserviere dir jetzt gleich einen Termin für unser kostenloses und unverbindliches Erstgespräch.